Cologne Classic in Longerich
Montag 24. Mai 2010 von kati schulz

Ein wunderschöner Maitag, und ein wunderschönes Ergebnis für das Team SRM & Poison – fast. Bei der Siegerehrung standen mit Mieke Kröger, Jessika Eckhardt und Christina Koep noch drei Fahrerinnen des Teams auf dem Podest – wenig später entschied der Wettkampfausschuss jedoch, dass der Sieg an eine Russin aus einem belgischen Team ging. Ihren Namen und den ihres Teams können wir Ihnen leider nicht verraten, da sie offenbar entgegen den veröffentlichten Regeln nachgemeldet hatte und ihr Name in der Startliste nicht auftauchte.
Doch um von vorne zu beginnen: Das Traditionsrennen in Köln-Longerich gestaltete sich auch in der 58. Ausgabe gewohnt anspruchsvoll. Der Kurs ist zwar nicht auffallend schwer, aber die angereisten Profinnen sorgen in der Regel für ein schnelles Rennen. So auch heute: Nach wenigen Kilometern bildete sich eine Spitzengruppe mit vier Frauen, darunter das spätere Podium mit Charlotte Becker und ihrer Schwester Christina sowie Melanie Hessling. In der zweiten Gruppe konnten sich bis zum Schluss Mieke Kröger halten. Auch Jessika Eckhardt war lange mit dabei. Die beiden sicherten sich unterwegs zahlreiche Prämien, die – was lobend erwähnt werden muss – für Juniorinnen und Frauen getrennt ausgeschrieben waren, so dass auch die Juniorinnen viele Chancen auf Extrapreise hatten.
In einer der letzten Runden fiel Jessika aus der zweiten Gruppe zurück. Zum Glück war jedoch Vivien Schmidt zur Stelle, die zwar schon überrundet worden war, aber noch genügend Körner übrig hatte, um Jessika wieder ein gutes Stück heranzufahren, so dass sie ihre Platzierung sichern konnte. Christina wurde zwar auch überrundet, hängt sich dann aber an die Spitzengruppe und fuhr einige Runden das unglaubliche Tempo mit, dass die Frauen vorlegten.
Nach der ursprünglichen Ausschreibung hätte das Frauenrennen fünf Runden länger sein sollen als das der Juniorinnen, so dass beide Klassen für sich ihren Zielsprint hätten austragen können. Stattdessen entstand durch die unterschiedlichen Gruppen ein wenig Verwirrung, so dass direkt nach dem Ende des Rennens eigentlich nur klar war, wer bei den Frauen auf dem Podium stand. Nach Ansicht des Zielfilms erklärte die Jury zunächst folgende Podiumsreihenfolge für die Juniorinnen: Mieke Kröger 1., Jessika Eckhardt 2., Christina Koep 3.
Als die meisten Teammitglieder schon auf dem Weg nach Hause oder schon angekommen waren, erreichte uns dann die Meldung, dass doch noch die namenlose Russin zur Siegerin erklärt wurde. Wir nehmen bis auf weiteres an, dass sich dadurch folgendes Podium ergibt: Namenlose Russin 1., Mieke Kröger 2., Jessika Eckhardt 3.
Schade, dass ein schöner Renntag in solchem Chaos enden musste. Trotzdem bleibt aber die Tatsache, dass die Mädchen heute wieder eine hervorragende Leistung gezeigt haben. Hut ab, wie ihr bei den Profinnen mithaltet!
P.S.: Wie mittlerweile dem Ergebnis zu entnehmen ist hat Guzerl Akhmadukina vom Team Karo Film aus Russland das Rennen gewonnen. Zur Verwirrung beigetragen hat sicher auch die Tatsache, dass mit Diliya Pryadeina eine zweite Russin vom gleichen Team dabei war, die das Rennen auf Platz 9 beendete.
Beide sind offensichtlich noch so jung, dass sie an dem Rennen nicht hätten teilnehmen dürfen. Ganz sicher hätten sie auch nicht die Übersetzung fahren dürfen, die in solch einem Rennen erforderlich ist um mithalten zu können.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 24. Mai 2010 um 21:05 und abgelegt unter Fotogalerien, Rennberichte. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.
Dienstag 25. Mai 2010 um 12:31
Vielleicht sollte man auch einfach mal anerkennen, dass auch andere Juniorinnen schnelle aind, und sollte die Russin tatsächlich jünger sein, umso bmerkenswerter das sie bereits so mitfahren kann. Übersetzung hin oder her- mehr als die erluabtene 52/14 der Juniorinnen war es nicht. Und das vielleicht ein russisches Team die Meldegesetze in Deutschland nicht zu 100% erfüllen kann- wer will es ihnen verdenken. In Russland ging es uns vllt. ähnlich. Also: Anerkennung und Gratulation an andere Sieger ist ab und zu auch mal angebracht….
Dienstag 25. Mai 2010 um 12:39
Es geht hier überhaupt nicht darum, Leistungen nicht anzuerkennen, anderen den Sieg nicht zu gönnen.
Es geht vor allem darum, dass Veranstalter sich an Regeln zu halten haben. Und darum, dass Übersetzungsbegrenzungen vor allem auch darin begründet sind, dass die Gesundheit 15jähriger Mädchen nicht durch falschen Ehrgeiz dauerhaft ruiniert werden sollte.
Mittwoch 26. Mai 2010 um 15:34
Grundsätzlich gilt im deutschen Gesetz immer noch das römische Prinzip: ignorantia legis non excusat (”Unwissenheit schützt vor Strafe nicht”). …
Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich überhaupt einem Anonymen Fan antworten soll. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen, dieses mit obigen Auszug aus dem Strafrecht, zu tun!
Letztendlich muss sich jeder, egal ob im Urlaub, bei einer Rennveranstaltung, oder im Straßenverkehr, ect., vorher informieren welche Regeln im jeweiligen Land gelten!
So, zum guten Schluß ziehe ich den Hut vor allen Juniorinnen die hier gefahren sind und sich gegen die Frauenelite gestellt und sich teuer verkauft haben. Denn mit dem, was Mani Wollner schreibt, ist eigentlich schon genug klar gestellt worden.